Die niederländische Karibik
Allgemeines:
Die Niederländische Karibik ist ein Überseegebiet des Niederländischen Königreiches und liegt vor der Küste Venezuelas. In internen Angelegenheiten als autonomes Bundesland der Niederlande geltend, werden die Inseln außenpolitisch aber von diesen vertreten. Umgangssprachlich als A(ruba) B(onaire) C(uracao) – Inseln bekannt, gehören auch Saba und Saint Maarten zu den Niederländischen Antillen und sind lohnende Reiseziele.
Geographie und Klima:
Geographisch und klimatisch lassen sich die Inseln in „Inseln über dem Winde“ und „Inseln unter dem Winde“ teilen. Die „Inseln über dem Winde“ (Saint Maarten und Saba) werden von der Windrichtung des Nordostpassats beherrscht und weisen ein feuchteres Klima auf, als die „Inseln unter dem Winde“. Klimatisch besser gestellt sind die „Inseln unter dem Winde“ (Aruba, Bonaire, Curacao). Hier herrscht das ganze Jahr Sommer, der Passatwind bringt eine erfrischende Brise und es herrscht geringe Luftfeuchtigkeit. Auch die Hurrikansaison spielt hier keine Rolle, da die „Inseln unter dem Winde“ außerhalb des Hurrikangürtels liegen. Die Temperaturen liegen aber auf allen Inseln ganzjährig zwischen 22° und 29° Celsius und
garantieren tropisches Urlaubsvergnügen.
Die Inseln:
Aruba, 193 km2 groß und die westlichste der „Inseln unter dem Winde“ ist gleichzeitig eine der beliebtesten Urlaubsinseln der Karibik. Die atemberaubende Schönheit der langen, weißen Traumstrände im Westen nimmt den Besucher sofort für sich ein. Einen reizvollen Kontrast hierzu bildet die einsame Ostküste der Insel, bei der Gischt und Wellen bizarre Formen aus dem Felsen gespült haben. Pulsierendes Zentrum der Arubas ist Oranjestad, die Hauptstadt. Hier findet man Shops, Bars und Cafes, Restaurants, die beliebten Casinos und alle Möglichkeiten zum Wassersport. Deutlich ruhiger geht es im „Arikok National Park“ zu. Naturliebhaber finden hier Lava-, Quarz- und Sandsteinformationen und eine vielfältige Flora und Fauna.
Bonaire, besteht aus einer grünen, hügeligen Nordhälfte und einer flachen und trockenen Südhälfte, die durch natürliche Salzseen gekennzeichnet ist. Das Wahrzeichen der Insel sind die pinkfarbenen Flamingos, die sich weltweit nur noch selten in Freiheit beobachten lassen. Im Washington Slagbaai National Park ist dies aber noch möglich. Kralendijk, die Hauptstadt mit seinen farbenfrohen Kolonialhäusern und der langen Küstenpromenade mit vielen Restaurants und Geschäften lädt zu einem Bummel ein. Das im Südwesten vorgelagerte Saumriff wurde bereits in den 70er Jahren unter Naturschutz gestellt. So eröffnet sich dem Taucher oder Schnorchler unter Wasser eine Welt von atemberaubender Schönheit, die er nicht
wieder vergisst.
Curacao, liegt 60 km vor dem Venezuelanischen Festland und bietet typisch karibisches Flair. Mit 440 km2 die größte der ABC – Inseln, gehört sie zu den „Inseln unter dem Winde“ und zeigt aufgrund des geringen Niederschlags eine verhältnismäßig unfruchtbare Vegetation und ein flaches und felsiges Relief. Sehenswert ist Willemstad, Hauptstadt Curacaos und Weltkulturerbe der UNESCO. Verwinkelte Gassen mit farbenfrohen holländischen Giebelhäusern laden zu einem Bummel. Historische Sehenswürdigkeiten, wie die beiden Pontonbrücken, die den natürlichen Hafen überspannen, laden zum Sightseeing. Museen und das Sea – Aquarium bringen einem die Kultur und Unterwasserwelt der Inseln eindrucksvoll näher. Naturliebhaber lässt der Christoffel – Nationalpark staunen. Eine sechzig Millionen Jahre alte Unterwasserwelt lässt sich tauchend oder schnorchelnd erleben und verblüfft immer wieder mit Artenvielfalt und Farbenfreude.
Saba, 13 km2 groß gehört zu den „Inseln über dem Winde“. Hier ist mit dem 877 m hohen Mount Scenery auch die höchste Erhebung des Niederländischen Königreichs zu finden. Schroffes und steiles Vulkangestein säumt die ganze Insel, so dass natürliche Sandbuchen komplett fehlen. Die Inselhauptstadt The Bottom ist ebenso eine Besuch wert, wie die Ruinen der ersten Besiedlung aus dem Jahr 1640 in der Tent Bay. Für Taucher bietet Saba unter Wasser nahezu ein Paradies, da die fast unberührten Strände noch intakte Korallenriffe besitzen.
St. Maarten, gehört zu den „Inseln über dem Winde“ und ist zweigeteilt. Der Südteil gehört zu den Niederländischen Antillen, der Nordteil zu Guadeloupe (Frankreich) und heißt St. Martin. Landschaftlich begegnen einem auf St. Maarten an der Süd- und Ostküste sagenhafte Traumstrände, die zum Inselinneren hin zu bewaldeten Bergen ansteigen. Im Westen weichen die Berge blauen Lagunen und Salzebenen. Die Inselhauptstadt Phillipsburg beherbergt zahlreiche Gebäude aus der Kolonialzeit und verströmt karibisch leichten Charme. Ein Schauspiel der ganz besonderen Art findet jedoch am Strand hinter dem Flughafen statt. Die tief einfliegenden Maschinen locken tagtäglich unzählige Schaulustige an. Hier kann man die Landung live und aus wenigen Metern Entfernung miterleben. Besonders reizvoll ist für viele, sich hinter ein startendes Flugzeug zu stellen und den Schub der Triebwerke zu spüren.
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