WILLKOMMEN AUF MALTA!

Nur gut zwei Flugstunden von Deutschland entfernt locken Malta und seine Nachbarinseln Gozo und Comino mit Sonne, Strand und Meer, aber auch mit einer 7000-jährigen Kulturgeschichte und Tempelanlagen, die älter sind als die Pyramiden von Kairo. Badeurlauber und Studienreisende waren die Vorreiter. Heute sind es vor allem Aktivurlauber wie Taucher und Schnorchler, die die größten touristischen Zuwachsraten auf sich verbuchen. Kein Wunder, entlang der Steilküsten finden sich exzellente Tauchplätze. Und dazu frönen emsige Tourismusmanager – stets auf der Suche nach neuen Attraktionen – weiterhin ihrem Lieblingssport: „Schiffe versenken“! Letztmals im August 2007, als vor Malta das Schnellboot „Boltenhagen“ der ehemaligen DDR-Volksarmee für die Ewigkeit auf dem Meeresgrund geparkt wurde.
Malta lohnt nicht nur einen großen Jahresurlaub, sondern auch einen Kurztrip übers Wochenende. Dabei bietet die 30 Kilometer lange Insel von einfachen Selbstversorgerappartments bis hin zu edlen 5-Sterne-Hotels alles, was das Herz begehrt – und das zu bemerkenswert günstigen Preisen. Sonnenhungrige, Sprachreisende, Kulturfreaks und Abtaucher – auf Malta liegen alle goldrichtig.

Malta - Die Insel der Ritter oder Alte Steine sind kein alter Hut
Beim Landeanflug genügt schon ein Blick aus dem Flugzeug und man erkennt sofort, Malta ist für einen reinen Tauch- und Badeurlaub viel zu schade! Festungsartige Bauten rund um die Hauptstadt Valletta und überdimensionale Kuppelkirchen in jedem noch so winzigen Dorf zeugen von einer unglaublich reichen Kulturgeschichte. Phönizier, Karthager, Römer, Byzantiner, Araber, Normannen, Kastilianer, Franzosen und Engländer – sie alle waren einst Herren der Insel und hinterliessen deutlich ihre Spuren. Seine kulturelle Aura und den Glanz seiner Städte verdankt Malta allerdings den Rittern des Johanniterordens, die zwischen 1530 und 1798 auf den Inseln das Sagen hatten. In diese Zeit fiel auch die grosse Türkenbelagerung und damit einhergehend der Bau der Hauptstadt Valletta, die als erste Stadt komplett am Reissbrett konzipiert wurde. Nach jahrelangen verlustreichen Kämpfen trugen letztlich die Ritter den Sieg davon. Die Expansionsgelüste des osmanischen Reiches waren fortan beendet. „Retter des Abendlandes“ wurden die Johanniter seither genannt.

DIE STADT VOM REISSBRETT
Wer mehr über die dramatische Geschichte Maltas erfahren will, begibt sich in die Multivisions-Show „The Malta Experience“, die gleich neben dem Fort St. Elmo mehrmals täglich in einem theaterähnlich umgebauten Kellergewölbe präsentiert wird. Der hier gezeigte Bilderbogen spannt sich von vorgeschichtlicher Zeit über die angebliche Landung des Apostels Paulus in der gleichnamigen Bucht bis hin zu eben jenen tapferen Johanniterrittern. Viel Raum widmet Malta Experience auch der jüngeren Geschichte und vor allem dem Dauerbombardement im Zweiten Weltkrieg. Unerbittliche Luft- und Seeschlachten tobten in jenen Tagen um den Archipel. Bei Kriegsende zählte Valletta zu den am schwersten zerstörten Städten Europas. Nur durch die landestypische Bauweise mit Globigerinen-Kalkstein war es möglich, die Schäden schon nach kürzester Zeit zu beheben – deutlich schneller, als es bei Beton- und Stahlbauwerken möglich gewesen wäre. So erstrahlt Valletta mit seinen gewaltigen Stadtmauern und prunkvollen Palästen und Herbergen heute längst wieder als ein architektonisches Kleinod, was mit der Aufnahme in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes anerkannt wurde.

 STRÄNDE – TEMPEL – KATHEDRALEN
So dicht der Verkehr und so verstopft die Gassen tagsüber auch sind: Nach Büroschluss wird es in Valletta deutlich ruhiger. Wer ein pulsierendes Nachtleben sucht, ist auf den Flaniermeilen der Nachbarorte Sliema und St. Julian’s besser aufgehoben. Zahlreiche Hotelanlagen und Restaurants reihen sich hier aneinander, und in Spielcasinos und Diskotheken kann man die Nacht problemlos zum Tag werden lassen. Weniger überzeugen die für diese Ballungsregion so typischen Felsenstrände, die sich mehr zum Sonnenbaden und für den motorisierten Wassersport als zum Planschen eignen. Für Familien mit kleinen Kindern empfehlen sich daher eher die feinsandigen Strände und Buchten im Norden und Süden der Insel. Um Malta kennen zu lernen, kann man sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg machen, sich einer organisierten Tour anschliessen oder zu günstigen Konditionen ein Auto mieten. Zu Maltas kulturhistorisch bedeutsamste Stätte zählen: Die als „Hypogäum“ bezeichnete unterirdische Tempelanlage von Hal-Saflieni.

Vor 6000 Jahren begannen die Arbeiten an der vier Stockwerke tiefen Anlage, die bis zum rätselhaften Verschwinden der mysteriösen Baumeister etwa 2000 v. Chr. nicht nur als Kult-, sondern auch als Begräbnisstätte diente. Derartige Zeugnisse einer geheimnisvollen jungsteinzeitlichen Hochkultur begegnen dem historisch Interessierten auf Malta beinahe auf Schritt und Tritt. Berühmt sind vor allem die gewaltigen Megalith-Tempelanlagen von Ggantija, Hagar Qim, Mnajdra und Tarxien, die zu den ältesten neolithischen Kultstätten Europas zählen. Besonders reizvolle Fotomotive liefert auch der ganz im Süden der Insel gelegene Fischerhafen von Marsaxlokk mit seinen bunt bemalten „Luzzu“-Booten. Entlang des atemberaubenden, 200 Meter hohen Steilabbruchs der Dingli-Klippen führt der weitere Weg hinein in die ehemalige Hauptstadt Mdina, die auch als „Die stille Stadt“ bezeichnet wird. Zu ihrem mittelalterlichen Ortsbild gehören mächtige Wehrmauern, eine berühmte Kathedrale und eine einzigartige Ansammlung der für Malta so typischen Türklopfer – kleine Kunstwerke, die alleine einen Besuch lohnen. Wer auf seiner Inselrundreise noch Zeit findet, sollte auch einen Blick auf und in die grösste Kirche Maltas, die St. Marija Assunta von Mosta werfen.

Gozo – Die kleine Schwester
Gerade mal ein Drittel so groß wie Malta präsentiert sich Gozo, die nördlichste der drei Inseln, viel grüner und ländlicher - ein kleines Juwel, wie gemacht für einen stressfreien Urlaub. Obwohl mit der Fähre oder dem Wasserflugzeug nur 30 Minuten von der Hauptinsel entfernt, haben die Gozitaner – L-Ghawdxin wie sie sich selbst nennen – ihre eigene Identität entwickelt, worauf sie mächtig stolz sind. Im Vergleich zu Malta ist Gozo nur sehr dünn besiedelt. Die gerade mal 31.000 Einwohner leben auch heute noch mehrheitlich von Fischfang und Landwirtschaft, wenn auch der Tourismus als drittes Standbein mächtig aufholt. Zahlreiche Straßenbauprojekte künden unübersehbar vom Aufbruch in eine neue Ära. Trotzdem verläuft das Leben im Vergleich zur Hauptinsel immer noch sehr geruhsam. Sogar Esel- und Pferdekarren begegnen uns auf der Fahrt durch pittoreske Ortschaften mit zungenbrecherisch anmutenden Namen wie Mgarr und Ghajnsielem (sprich: „Imdschar“ und „Ainsielem“). Trotz der winzigen 14,5 km Länge hat Gozo kulturell eine Menge zu bieten. Im Osten lassen wir uns in Xewkija vom drittgrößten Kuppeldom Europas beeindrucken. Im Westen finden wir in der Nähe von Gharb die auf eine Marienerscheinung zurückgehende Basilika Ta’Pinu, die wichtigste Wallfahrtskirche des ganzen Archipels. Ebenfalls einen Besuch lohnt die imposante Zitadelle auf dem Burgberg der Hauptstadt Victoria. Die zum Schutz vor Seeräubern erbaute frühmittelalterliche Anlage wurde später von den Rittern des Johanniterordens zur uneinnehmbaren Festung erweitert. Heutzutage ist die Zitadelle vor allem nach Sonnenuntergang ein richtig romantischer Ort zum flanieren. Zum Charme der Hauptstadt gehören auch eine Reihe einladender Tavernen, die unbedingt einen Besuch lohnen. Auch wir folgen dem Duft von frisch gebackenem Brot und erfreuen uns dazu an Tomaten, Oliven und dem „gbejniet“ genannten inseltypischen Ziegenkäse. Welch ein Genuss!
Wer gerne auf geschichtsträchtigen Pfaden wandelt, sollte das Örtchen Xaghra besuchen. Dort wartet neben einer restaurierten historischen Windmühle – eine der letzten ihrer Art auf Gozo - vor allem der grandiose neolithische Tempelkomplex von Ggantija. Das Guiness-Buch der Rekorde bezeichnet die Anlage als erste freistehende Konstruktion, als den mit 6000 Jahren ältesten Tempel der Erde. Ein gigantisches Bauwerk, das somit sogar noch deutlich früher als die vergleichbaren Kultstätten Maltas entstand. Nur wenige Fahrminuten entfernt, genießen wir von der Calypso-Höhle aus den Blick auf den einzigen gänzlich unverbauten Sandstrand des Archipels. Xlendi mit seinem idyllischen Reiz, bietet sich als idealer Ort für einen Familienurlaub und als Ausgangspunkt für herrliche Wanderungen und Ausflüge an. Vor allem in den Frühjahrsmonaten, wenn die wilden Kapern, der Rhizinus-Busch und die Opuntien-Kakteen blühen, ein Hauch von Thymian und Rosmarin in der Luft liegt und ungezählte Eidechsen auf beinahe jedem Felsen in der warmen Sonne dösen, sind ausgedehnte Klippenwanderungen in der berauschenden Karstlandschaft ein Muss. Hat man den rechts der Bucht gelegenen Bergrücken erst einmal bezwungen, so wird man mit einer unvergesslichen Aussicht zurück auf Xlendi und die fjordartig geschnittene Bucht belohnt, und von Minute zu Minute wächst die Lust, in dieser tiefblauen Bucht zu schnorcheln und zu tauchen. Neben Feinschmeckern, Erholungssuchenden und Tauchern sind es also zunehmend auch Wanderfreunde und andere Outdoor-Sportler, die sich vom ursprünglichen Reiz Gozos angezogen fühlen.

Comino - Das kleine Paradies
Den ersten Eindruck von dem winzigen Inselchen erhält jeder Urlauber ganz nebenbei. Das Felseneiland wird nicht nur vom Gozo-Wasserflugzeug überquert, auch unsere Gozo-Fähre zieht direkt an Comino vorbei. Gut erkennen wir die steile Klippe im Südosten und die vorgelagerten Felsen, hinter denen sich die weltberühmte „Blaue Lagune“ verbirgt. Wie es sich für ein idyllisches Inselchen von nicht mal drei km² Fläche gehört, gibt es hier keine Straßen und schon oder gar keinen Autoverkehr. Comino ist aber auch ein Traum für Liebespaare und Naturfreunde, die vor allem den April und den Mai schätzen. Nur in diesen Frühjahrsmonaten - also kurz nach der Regenzeit – duftet es hier unter wolkenlosem blauem Himmel nach wildem Thymian und Rosmarin. Überall wachsen bunte Blumen und gelber Kümmel, der dem Inselchen auch den Namen gegeben hat. Ein mediterraner Garten Eden! Noch früher im Jahr finden sich Besucher nur sporadisch ein. Es ist die wunderschöne „Blaue Lagune“ mit ihrem maximal 15 m tiefen natürlichen Becken, die es den Besuchern angetan hat. Auch uns leuchten beim Anblick dieser von malerischen Felsen eingerahmten sandigen Bucht und den an die Karibik erinnernden Wasserfarben die Augen. Zweifellos ist dies einer der schönsten Badeplätze des Mittelmeers.

Malta und Gozo bieten noch mehr
Sie wollten sich immer schon mal über senkrechte Klippen abseilen und anspruchsvolle Mountainbike-Trips in einer herrlichen Landschaft genießen? Oder sich als Paraglider am Fallschirm hängend von einem Schnellboot entlang der Küste ziehen lassen? Das ist Ihnen immer noch nicht hipp genug? Sie wollen den ultimativen Kick, den einzigartigen Adrenalin-Stoß? Bitteschön! Dann absolvieren Sie eben einen Schnellkursus zum Fallschirmspringer! Lassen Sie sich in 2000 Metern Höhe einfach aus einer Cessna heraus ins Nichts fallen! Auch Skydiving ist in. Und Malta macht’s möglich!

Für Sportkletterer sind Malta und Gozo ein noch nahezu unentdecktes Paradies. Erst in den letzten Jahren hat eine kleine Klettergemeinde alte und neue Gebiete erschlossen und kartiert. Alleine auf Gozo gibt es sechs Hauptklettergebiete, so dass sowohl für Anfänger als auch für den anspruchsvollen Kletterer phantastische Routen in allen gewünschten Schwierigkeitsgraden zur Auswahl stehen. Auch Einsteigerkurse werden angeboten - auch wenn es nicht gleich wie bei Spiderman die Wand hochgeht. Vor allem die Winterzeit eignet sich hervorragend. Das Wetter ist mild mit nur wenigen Regentagen, und die Insel zeigt sich von ihrer schönsten Seite mit frischem Grün, wilden Blumen und Kräutern.

Eine Spezialvariante des Kletterns ist das „Bouldern“, also das Probieren neuer Bewegungsmuster in anspruchsvollem Terrain bei nur minimaler Höhe – natürlich mit einer dicken Bouldermatte zur Absicherung. Hervorragende Bedingungen findet man an vielen niedrig gelegenen Felsüberhängen direkt am Meer sowie auf einzeln Formationen im Inneren der Inseln. Noch extremer ist das Soloklettern ohne Seil. Soloklettern an den spektakulären Meeresklippen, das ist Klettern pur. Auch das Abseilen von Klippen ist ein fester Bestandteil des Sportkletterns und ermöglicht es, an sonst unerreichbare Stellen zu gelangen. Als hervorragende Gruppenevents eignen sich das abgesicherte Abseilen, aber auch vergnügliche „Seilbahnfahrten“ über Schluchten und Täler. Als „Coasteering“ wird das Klettern am Meer, das spannende Klippenspringen und das erfrischende Schwimmen entlang der atemberaubenden Küste bezeichnet. Diese Sportart bereitet besonders großen Spaß und steht jedem offen. Falls an einem Punkt nicht weitergeklettert werden kann, springt man einfach ins blaue Meer und schwimmt ein paar Meter bis zu einem neuen Anlauf. Erfahrene Guides wählen die Routen entsprechend der Erfahrung der Teilnehmer und stehen unterstützend zur Verfügung. Als beste Zeit gelten die Sommermonate von Juni bis November mit ihren besonders angenehmen Wassertemperaturen.

Wandern
Wer seinen Urlaub lieber geruhsam angeht und sich bei ausgedehnten Wanderungen einfach nur erholen möchte, auch der wird Malta und noch mehr die kleine Nachbarinsel Gozo lieben. Abseits der Städte überzieht ein weit verzweigtes Wegenetz die ländlichen Gebiete. Allzu leicht gewinnt man den Eindruck, die Zeit wäre hier vor Jahrhunderten stehen geblieben. Wandern oder neudeutsch „Hiking“ ist eine bereichernde und entspannende Aktivität. Erst zu Fuß entwickelt man die Muße, alle Farben der Inseln aufzunehmen. Ein Traum für Naturliebhaber sind die Inseln insbesondere in den milden Wintermonaten März und April, wenn das unbebaute Land nach den kurzen Regenfällen des Winters von farbenfrohen Wildblumen überwuchert wird. Der Duft von Thymian liegt in der Luft, die pittoreske Landschaft strahlt eine wilde Romantik aus, und die Inseln zeigen sich entlang der Hiking Routen von ihrer grünsten Seite. Private Wanderführer für den individuellen Hikingurlaub stehen ebenso zur Verfügung wie Karten mit markierten Wanderrouten für das selbständige Erkunden.

Mountainbiking
Obwohl die höchste Erhebung Maltas keine 300 m hoch liegt, bieten die Inseln Mountainbike-Routen für jeden Anspruch. Unzählige Feldwege und Sträßlein durchziehen die Inseln in allen Richtungen, und es geht vorbei an malerischen Fischerdörfern, durch grüne Schluchten und raue Küstenlandschaften. Freizeitradler und Flachlandtiroler bevorzugen die weniger anspruchsvollen Regionen im Süden und Zentralmalta, während sportliche Fahrer die steilen Anstiege und Haarnadelkurven im Nordwesten ansteuern, um dort das Panorama an den grandiosen Aussichtspunkten zu genießen. Besonders in den Wintermonaten von Oktober bis Mai sind Malta und Gozo wie geschaffen für Entdeckungsreisen auf dem Rad. Auch wer die Wärme im Spätsommer und Herbst nicht scheut, kann die Herausforderung annehmen. Für einen kurzen Mountainbike-Trip sind auch Überfahrten nach Comino problemlos arrangierbar.